Feedback ist einerseits die Beschreibung eines spezifischen Verhaltens oder Ergebnisses und andererseits
die verbalisierte Wirkung, die beim Feedbackgeber ausgelöst wird. Feedback ist niemals objektiv, sondern vielmehr
eine kontrollierte Subjektivität. Es geht nicht darum, die Wahrheit zu finden, sondern um eine mögliche Wissenserweiterung
für den Feedbackempfänger.
Effektives Feedback, sowohl positives als auch negatives, hilft bei der Verbesserung und Weiterentwicklung, sei es auf
einer individuellen Ebene, auf Teamebene oder auf Unternehmensebene:
- Leistungsstarke Führungskräfte sind nicht nur gut darin, Feedback zu geben, sondern sie fordern auch bewusst
Feedback ein. Und sie wissen, dass Feedback nur dann hilfreich ist, wenn es sowohl Schwächen
als auch Stärken aufzeigt. Denn es ermöglicht, fundiertere Entscheidungen zu treffen, hilft
bei der persönlichen Entwicklung und beim Aufbau und der Pflege der Kommunikation mit anderen. - Für leistungsstarke Unternehmen ist "kontinuierliche Verbesserung" auch nicht nur ein Schlagwort. Es ist ein
echter Fokus, der auf Feedback innerhalb und aus der gesamten Organisation basiert – von Kollegen,
Kunden, Lieferanten und Stakeholdern.
Feedback zu erhalten und anderen zu geben, sollte tief in Ihrer DNA verankert sein:
- Da in Ihrer Organisation wahrscheinlich so viele unterschiedliche Talente aus verschiedenen Hintergründen zusammenkommen,
müssen sie Perspektiven austauschen, um gemeinsam Ergebnisse zu erzielen. - Wenn Sie großartige Talente zu noch größeren Persönlichkeiten entwickeln möchten, ist Feedback von zentraler Bedeutung.
- Das Erreichen Ihrer Vision und Ihrer Geschäftsziele in diesen hochvolatilen Zeiten erfordert radikal offenes
Feedback in Ihren täglichen Interaktionen.
Was sind gute Gelegenheiten für Feedback?
Bedenkt man, dass Feedback dazu dient, das Wissen des Feedback-Empfängers zu erweitern, macht es auf Aspekte aufmerksam, derer man sich selbst nicht bewusst ist oder die man nicht wahrhaben möchte.
Wertschätzendes Feedback kann daher andere ermutigen. Konstruktives Feedback regt zur Auseinandersetzung mit den eigenen Anliegen an.
In der richtigen Dosis sind beide hilfreich und wichtig. Man sollte jedoch bedenken: Das menschliche Gehirn ist
evolutionär auf Selbsterhaltung und nicht auf Selbsterkenntnis ausgerichtet. Daher ist weniger
manchmal mehr.
Generell gilt – wann kein Feedback gegeben werden sollte:
- Persönliche Präferenz – Wenn es mehr um die eigene Vorliebe oder den eigenen Stil geht als um die Qualität der Arbeit oder des Ansatzes der Person.
- Begrenzte Informationen – Sie haben kein vollständiges Verständnis der Situation.
- Einflussbereich – Das Problem liegt außerhalb der Kontrolle des Empfängers.
Wie steht es mit spontanem Feedback?
Bevor Sie sofortiges konstruktives Feedback geben, fragen Sie sich, ob:
- Ihre Handlungen einen erheblichen Einfluss auf Kollegen oder das Unternehmen haben;
- Sie sich ruhig und engagiert fühlen, anstatt gestresst oder feindselig;
- Der Mitarbeiter Ihr Feedback aufnehmen und annehmen kann;
- Das Feedback an einem ruhigen, diskreten Ort gegeben werden kann;
- Sie eine klare Vorstellung davon haben, was Sie sagen möchten.
Und wann sollten Sie Mitarbeitern sofortiges Lob aussprechen? Wenn Ihr Mitarbeiter:
- sich besonders eingesetzt hat, um eine stressige Woche zu bewältigen;
- einem Kollegen geholfen hat, eine schwierige Hürde zu überwinden;
- eine Präsentation hervorragend gemeistert hat, die den Rest des Teams inspiriert hat;
- eine lange, mühsame Aufgabe erledigt hat, die zukünftige Prozesse beschleunigen wird;
- eine Stärkung des Selbstvertrauens braucht
Feedback und präzise Sprache
Ein Großteil unserer Sprache besteht aus vagen Annahmen (“Ich weiß, was Sie meinen!”) und Verallgemeinerungen
(“Gut gemacht!”). Wir glauben, dass der andere uns schon verstehen wird, oder wir glauben, dass wir
genau verstehen, was der andere meint. Missverständnisse und enttäuschte Erwartungen
entstehen oft aufgrund solcher sprachlichen Nebelbänke. Klare und präzise Feedback-Kommunikation hat
nichts mit Intelligenz zu tun, sondern mit Mut. Mit dem Mut, machtlose und
unpräzise Formulierungen aus dem eigenen Wortschatz zu verbannen.
Hier sind einige Einstiege für Feedback, um präzisere Sprache zu verwenden:
Anstatt “Gut gemacht!” versuchen Sie “Hier sind zwei Dinge, die für mich wirklich gut funktioniert haben”
Anstatt “Hier müssen Sie sich verbessern” versuchen Sie “Das hat für mich am besten funktioniert, und hier ist der Grund dafür”
Anstatt “Sie müssen Ihre Kommunikationsfähigkeiten verbessern” versuchen Sie “Genau hier haben Sie mich verloren”
Anstatt „Es fehlt Ihnen an strategischem Denken“, versuchen Sie es mit „Ich habe Schwierigkeiten, Ihren Plan zu verstehen“




